Worte sind Macht. Hasspostings und -kommentare im Netz müssen Konsequenzen haben.

Im Bild v.l.n.r.: Claudia Zettel (Chefredakteurin Futurezone.at), Leonie-Rachel Soyel (Influencerin), Mag. Karoline Edtstadler (Staatssekretärin im Bundesministerium für Inneres), Thomas Arnoldner (Chief Executive Officer, A1 Telekom Austria Group), Ana Simic (Frauennetzwerk A1)

 

Ich wurde zu der A1 Women Matter Paneldiskussion zum Thema „Hass im Netz“ eingeladen. 

Als Influencerin bekommt man öfter Aussagen zu hören, wie „Wer nix kann, wird Blogger“ oder eben auch Beschimpfungen. 
Zu sagen, dass mir das nicht nahe geht, wäre gelogen. Wenn irgendjemand dir sagt, „du bist scheiße“, ist das verletzend und es ist in völlig normal davon gekränkt zu sein. Aber ich habe gelernt, es für mich zu relativieren. Es ist mir nicht egal, es muss mir auch nicht egal werden. Es darf mich verletzen, aber es sollte mich nicht klein kriegen. Denn so eine Aussage ist keine Kritik, es ist eine Beleidigung. Meistens kommen diese Aussagen von Leuten, leider oft von Männern, die weder in meinem Bereich tätig sind, noch Ahnung davon haben. So versuche ich das für mich zu relativieren. Kritik nehme ich gerne an. Aber Kritik sieht anders aus als ein Posting „du bist scheiße“.
Ich finde, wir müssen aufhören, Beleidigungen im Netz oder im realen Leben als Meinung zu bezeichnen. Beleidigungen sind Beleidigungen. Es hat nichts mit freier Meinungsäußerung zu tun. Herabwürdigende Aussagen haben sowohl Online, als auch Offline nichts zu suchen. 
Man sollte seine Worte immer mit Bedacht wählen. Worte sind mit Macht verbunden. 
Deswegen ist auch so wichtig, dass Medien, Personen des öffentlichen Lebens und vor allem Politiker darauf achten, welche Worte sie wählen. Denn ihre Worte können Stimmung machen, eben auch für mehr Hass. 
Leider sind sich viele Politiker ihrer Worte sehr wohl bewusst und verwenden diese gezielt, um noch mehr Ressentiments und im schlimmsten Fall eben Hass zu erzeugen. 
Menschen mit Ratten zu vergleichen, ist nur ein Beispiel von vielen, wie mit Worten umgegangen wird. Was dahinter steht, ist so viel mehr. Denn einen Menschen mit einer Ratte zu vergleichen, hatten wir schon einmal. Es fängt oft mit Worten an wie: Der Jude, der Flüchtling…. Und ist eine systematische Verbreitung von Hass und ebnet den Weg zu Gewalt. Es beginnt mit der Herabwürdigung eines Menschen und wie es enden kann, sollten wir alle aus dem Geschichtsunterricht wissen. 
Manche werden jetzt sagen, ich soll den Teufel nicht an die Wand malen. Aber ich habe mit vielen Zeitzeugen gesprochen und jedes Hassposting, welches wir jetzt nicht stoppen, bekommt die Bestätigung der Berechtigung.  
Hass sollte maximal Berechtigung haben, wenn man sagt, ich hasse Karfiol oder Brokkoli. 
Die Netzkultur muss sich verändern. Man muss den Menschen klarmachen, dass, wenn du misogyne, rassistische, gewalttätige Drohungen im Netz postest, auch noch fünf Jahre später die Konsequenzen spüren könntest, wenn du gerade einen neuen Job suchst.
Solche Aussagen dürfen wir nicht als Bagatellen abtuen. Online-Kommentare müssen eine Auswirkung auf das Offline-Leben haben. Nur dann, werden die Menschen lernen, dass ihre Worte im Netz Konsequenzen haben. 
A1/APA-Fotoservice/Schedl
Fotograf/in: Ludwig Schedl

2 Comments

  • Tatiana sagt:

    Wahre Worte! Ich bin immer wieder entsetzt, wie leicht doch mittlerweile im und auf Social Media Plattformen beleidigt wird. Und was ich schlimm finde: Es sind ganz normale Menschen, manchmal sogar Freunde oder Familie, deren Kommentare zu bestimmten Themen so erschrecken bzw. die solche Kommentare durch Zuspruch unterstützen.

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