alle meine fans sind maskuline jungs – ja ja

Die Überschrift ist irreführend. Denn, eigentlich geht es hier nicht um meine Fans beziehungsweise Leser, sondern um meinen Musikgeschmack. Wer SSIO kennt, weiß, dass diese Zeile von ihm ist.

Woher kommt diese Liebe zu Deutschrap?
Ich hatte das Glück, in einem sehr liberalen  Elternhaus aufzuwachsen. Die Musik meiner Kindheit waren ein Mix aus Bob Dylan, Rolling Stones und David Bowie. Ich erinnere mich nur zu gut, wie unsere Familie regelmäßig Ausflüge in den Virgin Megastore machte, wo wir teilweise ganze Nachmittage verbrachten.

Mein letztes Virgin Megastore Erlebnis, welches ich in Erinnerung habe, war am 11. September 2001. Meine Mutter kaufte sich das neue Bob Dylan Album, das an diesem Tag in Österreich herauskam und hatte den größten Grinsen auf dem Gesicht als sie den Megastore verließ. Bis sie mein Vater anrief, um ihr von den Terroranschlägen zu berichten. Das Album lag daraufhin tagelang in seiner Verpackung im Vorzimmer. Danach war ich nicht mehr im Virgin Megastore.

Meine Mutter hört eher Rock, wohingegen mein Vater auch manchmal Alben von Alanis Morissette oder Meredith Brooks heimbrachte. Kennt ihr noch Ironic? Das spielte er auf und ab. Darüber macht sich meine Mutter heute noch lustig.

Aber zurück zum Deutschrap-Thema.

Als ich 13 wurde, entwickelte ich langsam einen eigenen Musikgeschmack. Ich war zwar umgeben von guter Musik, wollte aber wie jeder Teenie mich selbst finden. Wie jeder gute Teenager versucht man sich von seinen Elternhaus abzukapseln, meistens funktioniert dies ganz gut mit Musik und Kleidung.

Mein 14 Jähriges-Ich, hatte aber nicht viele Möglichkeiten. Als ich einen Minirock anzog, im Wissen, dass alle meine Freundinnen Ärger bekommen haben, als sie damit rausgehen wollte, sagte meine Mum, in den 70ern waren die kürzer.

Als ich mit 15 The Libertines und die White Stripes lautstark in meinem Zimmer spielte, kamen meine Eltern rein. Ich war bereit für einen Streit mit Türe knallen und herumbrüllen und was taten sie, sie fragten mich nach den Interpreten. Tage später schleppten sie jedes Album der beiden Bands an.

Ihr seht, meine Verzweiflung war groß. Man kann nicht rebellieren, wenn die Eltern einen die CDs nachkaufen. Also musste etwas drastischeres her. Ich wand mich der Emoszene zu. Das Aussehen widersprach allem was meine Mutter als schön empfand. Leider, war die Musik noch nicht heftig genug. Denn, emotionaler Punk, war in unserer Wohnung schon zuhause bevor es die Gruppierung Ems überhaupt gab. Und da war es meine Zuflucht der Rebellion: Sido, K.I.Z und Bushido.
„Mein Block“, „Böses Mädchen“ und „Sonnenbank Flavour“ schafften das, was keine Musik bis dato geschafft hat, meine Eltern fanden es zum Kotzen.
Als meine Mutter das erste Mal „Sarah“ von Sido hörte, gab es ein Rap-Verbot im Auto.

Meine Teenie-Welt war wieder heil.

Bis heute ist die Liebe zu Deutschrap geblieben. Auch wenn Mutti jetzt Sido süß findet. Das Rap-Verbot im Auto wurde aufgelöst und manchmal hören wir auch gemeinsam Haftbefehl.

Für mich wird es immer die Musikrichtung bleiben, die ich für mich gefunden habe.

Und wem Deutschrap nicht gefällt, hier ein Lied für dich.

Meine Lieblingslieder:

Bloggerin Deutschrap

Foto: Constant Evolution

6 Comments

  • Oliver sagt:

    Der Musikgeschmack und die Eltern, das ist so ein Thema. Auf der anderen Seite würden es die meisten auch recht seltsam finden, wenn die Eltern einem da zustimmen würden. Ich glaube ich hätte als Teenager in so einem Fall grad extra meinen Musikstil gewechselt, um mich klar abzugrenzen.

  • MuhKuhAddict sagt:

    Hey 😉

    sehr sympathisch! 😉
    Du hast recht, wir sind wohl tatsächlich eher in der Minderheit. Zumindest kenne ich persönlich nur sehr sehr wenige Mädels, die RAP lieben. Leider! 🙂
    Ich war am Wochenende mal wieder auf einem Live Event, bei dem sage und schreibe 5 (!!! mich eingeschlossen) Mädels anwesend waren. 😉

    Das Deine Mum Sido jetzt süß findet, kann ich absolut nachvollziehen. 😛 Ich finde auch, dass er nochmal ne fette Schippe Sympathie durch die Sendung „Sido in the Box“ gewonnen hat.

    Hab mir mal direkt Deine Playlist gespeichert. Leider kann man das Video nicht abspielen. 😉

    Liebe Grüße,

    die Kuh

    PS: Wenn Du Lust hast, kannst Du Dir gerne mal meinen Artikel zum Thema RAP anschauen. 😉

    • hey,
      danke dir für dein kommentar. ja ich habe das öfter bei konzerten dass ich allein alsmädl dastehe umgeben von jungs. 🙂
      ich check das mal wegen video – danke!

      liebste grüße leonie

  • Kathi sagt:

    Total coole Story! Kann ich mir gut vorstellen, dass das als rebellischer Teenager etwas schwierig war! 😉

    lg, Kathi
    http://www.ilvieebella.com

  • Julia sagt:

    Ich kenn sogar eine Bloggerin, die Deutschrap nicht nur hört (seit Anfang der 90er) sondern auch selbst macht (seit Ende der 90er)… 😉
    Allerdings nicht aus Rebellion gegen das Elternhaus, sondern einfach, weil’s mir getaugt hat. (Und Radio-Lala nervt. So. 😀 )

    In diesem Sinne, keep it real, girl!
    🙂

    • Julia sagt:

      ….bzw. immer noch taugt halt.

      (Was ich dagegen aus rebellischen Gründen höre und immer schon gehört habe war Deutschpunk und Ska…aber das nur am Rande. So. Nu aber…)

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