My Tattoo Story

Tattoo #1 Herz
Mein erstes Tattoo habe ich mir mit ca. 22 stechen lassen. In Berlin. Sehr betrunken. Sorry, Mama!
Aber beginnen wir am Anfang der Geschichte.

Ich habe ja in Berlin gelebt, meine Mitbewohnerin / Chefin und ihre Freundinnen waren großflächig tätowiert. Der Wunsch nach einem Tattoo war immer da, aber ich hasse alles, was zu sehr geplant ist. Nur bei Reisen, da bin ich ein Planungsfreak. Aber zurück zum Tattoo. Ich habe damals meine alte Berlin-Crew besucht und wir waren bei L. vorglühen. Ein paar Rotkäppchen-Sekte und noch mehr Whiskey später fragte Y., ob ihre Tattoomaschine denn da sei. L. bejahte und das war der Anfang vom Ende. Es gibt irgendwo in den Untiefen des Internets ein Video, wo man mich sieht, am Kühlschrank sich festhaltend während Y. mich tättowiert. Es wurde ein kleines Herz an der Hüfte.
Jetzt ist es schon ziemlich ausgeblichen und schaut aus wie eine Bleistiftzeichnung auf meinem Körper.
Ich hoffe dennoch, dass es nie verschwindet. Denn es erinnert mich an Berlin. An eine der besten Zeiten meines Lebens. An unglaublich liebe Menschen und eine unfassbare Partynacht.

Denn ich hatte schon beim Security-Check im Club vergessen, dass ich mir ein Tattoo stechen hab lassen. Meine Reaktion war, OMG ich bin tättowiert. Reaktion der Türsteherin war, ist doch eh kaum zu sehen. Naja, sie war ja auch von oben bis unten angemalt.

Im übrigen hatte ich auch am nächsten Tag schon wieder vergessen, was vorgefallen war und als ich mir meine Hüfte ansah, merkte ich erst, dass das kein Katerschmerz war, sondern der Heilprozess des frisch gestochenen Herzens.

Mir wurde letztens gesagt, dass das Herz ein fades Tattoo sei. Mag sein. Denn wer, ausser mir, kennt die Geschichte dahinter und die Bedeutung für mich. In diesem kleinen Tattoo steckt für mich viel mehr und ich muss sagen, dass es auch mein Lieblingstattoo ist.

Tattoo #2 Halbmond
Letztes Jahr veranstaltete Urban Decay ein Event bei einer Rooftop Bar. Während man sich die neuesten Lippenstifte ansehen konnte, gab es auch die Gelegenheit, sich tätowieren zu lassen. Das ließ ich mir nicht zweimal sagen und schon wurde ich tätowiert.
Es wurde ein Halbmond. Warum? Weil für mich der Mond mehrere Bedeutungen hat. Zum einen erinnert es mich immer an Zypern, nicht nur weil die Fahne des türkischen Teils einen Mond aufweist, sondern, weil ich seit ich mich erinnern kann noch nie einen helleren Sternenhimmel mit Mond gesehen habe, wie dort.

Egal, ob in Zypern oder in Oberösterreich auf dem Dach unserer Garage, ich liebte es als Kind mich auf den Boden zulegen und die Sterne und den Mond zu betrachten. Ein Sternenmotiv fand ich optisch nicht so ansprechend wie den Halbmond, also wurde es der Halbmond.

Und nach wie vor, wenn ich den Mond sehe, fühle ich mich an dieses Gefühl aus der Kindheit erinnert und es löst in mir Geborgenheit aus.

Tattoo #3 Nobody feels any pain
Keine Ahnung wieso, aber diese Tattoo sorgte ein wenig für Aufregung. Kaum einer hat es verstanden, die meisten haben gedacht, ich will damit irgendwas mit Schmerz ausdrücken. Nein. „Nobody feels any pain“ ist die erste Zeile meines Lieblingsliedes von Bob Dylan – Just like a woman und ist auf meinem Lieblingsalbum von ihm zu finden: Blonde on Blonde. Angeblich hat er es über seine kurze Affäre Edie Sedgwick geschrieben.
Bob Dylan ist nicht nur mein absoluter Lieblingskünstler, sondern auch der meiner Mutter. Das Lied begleitet mich schon seit meiner Kindheit und dieses Lied hat mich immer am meisten gefesselt. Denn es handelt von einer Trennung. Es beinhaltet so viele Emotionen, von Bewunderung bis Abneigung, Enttäuschung, Bedauern. Es klingt an manchen Stellen als wäre es aus Rache geschrieben worden. All diese Gefühle sind in diesem schönen Lied eingefangen. Vielleicht bin ich deswegen so begeistert davon. Warum aber die erste Zeile? Weil diese nicht in jeder Version von Just like a woman vorkommt und ich das an diesen paar Worten noch faszinierender finde.

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Tattoo #4 Auge von Nazar
Kein Tattoo habe ich geplant gestochen, sondern sie sind aus spontanen Aktionen entstanden. Aber dieses war dennoch, dass spontanste Tattoo. Denn ich hatte nie vor, mir dieses Auge von Nazar stechen zu lassen. Alle oben genannten schwebten schon länger in meinem Kopf herum. Tattoo #3 wollte ich seit ich 19 war. Aber das Auge von Nazar kam nie wirklich in meinen Tattoo-Überlegungen vor. Ich fand es ein schönes Motiv aber es war vor allem die Geschichte dahinter, die mich faszinierte.
Das Auge von Nazar soll vor bösen und eifersüchtigen Blicken schützen. Deswegen habe ich es mir hinten tätowieren lassen. No Backstabbing anymore!

Joe meinte, ich werde immer mehr zur Zypriotin, mit meinem Halbmond und dem schützenden Auge. Und vielleicht hat er recht. Es erinnert mich an meine Wurzeln, meine Familie, den Halt den ich von ihr bekomme und an die Verrücktheiten, die so eine zypriotische Familie mit sich bringt.

Waren das die letzte Tattoos? Nein. Ich denke, es folgen noch welche. Zwei Motive habe ich noch, welche ich gerne umgesetzt hätte. Aber mal schauen, wann es sich wieder ergibt. Wie gesagt, ich plane das nicht so gerne und lasse es lieber auf mich zukommen.

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