LADY BIRD – wie war es ein Teenie zu sein?

Letztens habe ich mir den Film Lady Bird angesehen und der Film hat mich begeistert.
Wie war es damals ein Teenie zu sein? Lady Bird zeigt das Teenie-Dasein relativ authentisch. Ich hatte gefühlt eins zu eins die gleichen Diskussionen mit meiner Mutter.
Nach dem Film diskutierten The Ladies und Denise von Over The Top, ob wir gerne wieder Teenies wären.

Meine Meinung: Irgendwie Ja, irgendwie Nein
Wieso Ja? 
Weil dieses Gefühl der ersten großen Liebe, diese Spannung, dieses aufgeregt sein, nie mehr in dieser Form kommt. Omg, ich erinnere mich an die Code-Wörter mit meinen Mädels für meinen damaligen Schwarm als wäre es gestern gewesen. An das Gefühl, wenn ich ihm im Gang stehen hab sehen, wenn wir zusammen zur Schule gegangen sind, die Enttäuschung als er eine Freundin hatte und sich nicht mehr für mich interessierte. Obwohl ich mir bis heute nicht sicher bin, ob er sich je für mich interessiert hat. Alles war aufregend, spannend, neu. Meine Gefühlswelt glich einer Achterbahn. Das erste Mal fortgehen, erstmals Alkohol probieren, neue Leute kennen lernen, all das, was jetzt so normal erscheint, war damals alles mit ganz viel Drama und Action verbunden. Manchmal denke ich mir, ich hätte es damals noch mehr genießen sollen, noch mehr in mich aufnehmen sollen. Allein wie viel Zeit ich damals hatte, maximal 6-8 Stunden Schule, was hab ich bloß mit meiner Freizeit getan?

Wieso Nein? 
Und dann fällt mir ein, was ich als Teenie alles gehasst habe: meine Mitschüler, mit wenigen Ausnahmen, meine Naivität, die bis heute manchmal aufflackert, aber dennoch alles in allem weniger ist, die Diskussionen mit meinen Eltern, die mich damals anscheinend nicht verstanden haben oder ich sie nicht und dieses mega Drama in jeder kleinen Sache.
Egal, wie lustig die Teenie-Zeit war, auf das Drama und die Dummheit verzichte ich gerne. Ich bin beinhart einen ganzen Winter mit Converse rumgelaufen… heute greife ich mir nur mehr an den Kopf. Ich wollte keine Pullis anziehen und generell war die Lederjacke meine zweite Haut und definitiv kein wärmender Mantel.
Man wusste nie, an was man ist, bei den Freunden, den Mitschülern, dem Schwarm, alles war so OMG DRAMA! Jetzt kläre ich alles ganz normal ab, sage was ich will, was ich denke und scheiß darauf, wenn jemand mich nicht mag. Anders als vor 10 Jahren. Es erschien mir so wichtig, cool zu sein. Zwar meine eigene Definition von cool, aber das war das wichtigste.
Wenn ich mir heute Teenies ansehe, denke ich mir oft, dass ich es dennoch leichter hatte. Denn es gab zwar Handys aber unsere SMS-Kommunikation war auf wenige Zeichen und wenig Guthaben reduziert. Man hat anläuten lassen und der andere hat einen dann zurückgerufen vom Festnetz. Der Internet-Button war das Nerven aufreibendste, einmal gedrückt, hatte man bis zur nächsten Rechnung Angst, dass man was zahlen muss bzw. dass das Guthaben weg ist.
Ich will die Zeit nicht missen, die Film-Abende im Kino, die Singstar-Sessions bei Freunden, die Homepartys, wo einfach alles eskalierte und es einem egal war, das Wodkaflaschen einkaufen und Angst haben wegen dem Ausweis, die generelle Angst nach dem Ausweis gefragt zu werden, das Schummeln bei Schularbeiten, die Panik, dass der Schwarm erfährt, dass man ihn mag, alles einfach alles war unglaublich.
Ich bin so froh, dass die Zeit meine Vergangenheit ausmacht und mich als Mensch geprägt hat, aber in der Vergangenheit liegt.

 

 

Sweater: Tally Weijl | Jeans: BikBok (alt) | Schuhe: Vans | Tasche: World of Accessories 

Fotos sind von Ulrike Schwab!

1 Comment

  • Liebe Leonie, da kommt mir vieles bekannt vor. Vor allem die Codenamen, die Diskussionen wann man vom Weggehen zu Hause sein musste… Das mit den Converse habe ich auch gemacht, inklusive im Schnee. Gut, dass wir nun älter und reifer sind. Gleich cool wie damals sind wir mit unseren Converse und Vans nach wie vor. Martina

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