Zieh die Zwangsjacke an, wir gehen in Therapie.

Therapie ist nach wie vor ein großes Tabuthema. Wenn ich Leuten davon erzähle, dass ich eine Gesprächstherapie mache, folgt nach dem „Wo-ist-die-Zwangsjacke?“ -Blick oft die Aussage: „Aber du bist immer so glücklich und strahlst so sehr!“
Ja, ich bin größtenteils sehr glücklich, aber vielleicht auch deswegen, weil ich in Therapie gehe und dort einen Ort gefunden habe, wo ich nichts sein muss, reden kann, worüber ich will und mir Akzeptanz entgegen gebracht wird und auf jedes noch so kleines Problem, welches ich erzähle eingegangen wird. Es wird nicht gewertet, weder mich noch meine Anliegen betreffend.
Die Stunden sind für mich sehr aufwühlend, aber bringen mich so viel weiter als ich es je für möglich gehalten habe. Seit ich damit begonnen habe, handle ich oft in Situationen gelassener als früher. Nicht immer, aber ich erkenne viel schneller, wieso mich gewisse Dinge aus dem Konzept bringen und wo der eigentlich Ursprung meines Frusts liegt.
Psychotherapie soll einem helfen, seelische Probleme, traumatische Erlebnisse und Krisen erfolgreich bewältigen zu können. Viele sehen ihre Probleme oder Erlebnisse nicht als „groß“ genug an und gehen deswegen nicht zu einem Therapeuten.
Erst letztens habe ich mit einer Freundin darüber geredet, welche eine schmerzhafte Trennung durchgemacht hat und ihr geraten doch eine Therapie zu besuchen. Sie hat mich entsetzt angesehen und gemeint, dass es „ja nur eine Trennung“ ist. Ja, es ist eine Trennung, aber mit dem Verlust eines Menschen geht jeder anders um. Es ist doch besser, das Ganze in ein paar Sitzungen mit dem Therapeuten zu verarbeiten, als wie meine Freundin das Ganze ein Jahr lang mit sich rumzuschleppen und damit jede mögliche zukünftige Beziehung zu gefährden? 
Mir wurde auch beigebracht, dass ich mit meinem Problemen allein bin bzw. diese allein zu lösen habe. Das mir niemand helfen kann. Das mag für einige funktionieren. Ich wäre aber daran kaputt gegangen. Denn ständig zu denken, dass ich es allein schaffen muss, aber dann weiterhin das Gefühl hatte, ich schaffe es nicht, war ein Teufelskreis.
Diesen Teufelskreis habe ich aber durchbrochen. Ich habe mir eine Therapeutin gesucht, welche auch Coaching anbietet. Ich fand diese Kombination für mich am Besten.
Durch therapeutisch gestütztes Coaching habe ich für mich die Möglichkeit entdeckt, alte Blockaden zu erkennen, teilweise zu lösen und dadurch aktuelle Herausforderungen besser zu meisten und neue Perspektiven zu gewinnen. 
Viele Menschen leiden an psychischen Belastungen und kreisen ständig um ein- und denselben Gedanken, haben Minderwertigkeitskomplexe, fühlen sich im Studium oder in der Arbeit überfordert oder haben belastende Beziehungsprobleme.
Die Hemmung zu einer Therapie zu gehen und die dazugehörige Angst vor einer möglichen Diagnose oder das unser Umfeld einen für „verrückt“ hält, kenne ich. 
Aber vielleicht ist Psychotherapie genau das, war dir hilft, dich besser zu fühlen. 
Hast du alleine versucht deine Probleme in den Griff zu bekommen, aber ohne Erfolg? 
Hast du Probleme dich auf deine Arbeit sei es im Job oder Studium zu konzentrieren?
Belastet dich dein Problem tagtäglich?
Belastet es deine Partnerschaft/Freundschaften etc?
Fehlt dir Lebensfreude? 
Denkst du viel über das Problem nach? 
Hast du das Gefühl, es wächst dir über den Kopf?
Wenn du diese Fragen zum größten Teil mit „Ja“ beantwortet hast, solltest du vielleicht nachdenken, ob du dir nicht Hilfe suchen magst. Mir haben diese Fragen damals geholfen und meine Entscheidung hat sich dadurch gefestigt. 
Fotos: Martin Holzner

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